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über pro kids

Kinderarmut rückt immer mehr in den Fokus der Medien. Dabei spielt sich Armut nicht nur auf materieller Ebene ab, sondern auch im emotionalen Bereich. Ein Kind wohlhabender Eltern hat materiell keinen Mangel, kann aber emotional verarmen, wenn die Eltern vor lauter Arbeit keine Zeit haben, sich um die persönliche Belange ihrer Kinder zu kümmern.
Armut bedeutet auch fehlende Teilhabe an Kultur, Bildung und anderen sozialen Bereichen. Wenn Kinder in Armut aufwachsen, kann das gravierende Folgen auf ihre persönliche und soziale Entwicklung haben. Kinder armer Familien haben häufiger Schulprobleme und schlechtere Chancen auf eine gute Ausbildung. Ein Teufelskreis beginnt.

Zur Betrachtung von Armut lassen sich statistische Zahlen wie z.B. SGB-II-Quote oder Armutsrisikoquote heranziehen. Dem Sozialbericht des Landes Nordrhein-Westfalen 2008/ 2009 ist zu entnehmen, dass jedes vierte Kind arm ist. Rund 443.000 Kinder im Alter von unter 15 Jahren erhalten Sozialgeld, das ist etwa jedes sechste Kind. Einem besonders hohen Armutsrisiko sind Kinder von arbeitslosen Eltern, Alleinerziehenden Elternteilen sowie Kinder in Migrantenfamilien ausgesetzt.

Pro kids möchte den Blick für die Verhältnisse vor Ort schärfen und ins Bewusstsein der Menschen bringen. Nur so kann etwas geändert werden. Deswegen wird auch auf Multiplikatorenebene (Politik, Verwaltung, soziale Einrichtungen) bewusst mit dem Begriff Armut gearbeitet. Es hilft niemanden etwas schön zu reden. Es soll eine Sensibilität für Armut und eine Bewusstseinsänderung herbeigeführt werden.

Auf der Klienten- oder Kundenebene ist der Begriff Armut ein sensibles Thema. Dort soll positiv von Kinderförderung gesprochen werden. Wichtig ist, dass alle Kinder im Blick sind. Denn nur so können sie miteinander und voneinander lernen. Im Sinne der Prävention wollen wir die Eigenkräfte der Familien stärken und konkret Hilfe leisten. Eltern sollen bei der Erziehung und Förderung ihrer Kinder unterstützt werden.

Historie:
Im Jahr 2010 hat sich das Netzwerk „pro kids Emmerich – Netzwerk Kinderförderung“ gegründet. Das Jugendamt der Stadt Emmerich am Rhein hat in der Zeit vom 01.01.10 bis 31.12.11 an dem Pilotprojekt des Landschaftsverbandes Rheinland zur „Vermeidung von Kinderarmut“ teilgenommen. Die jährliche Fördersumme betrug 4.000,- €. Die Mittel sollten dem Aufbau eines Netzwerkes dienen, nicht der Einrichtung oder Durchführung von eigenen Angeboten oder Maßnahmen.
Ein Folgeprojekt des LVR startete am 01.08.2011 für insgesamt 40 Jugendämter, parallel zu der Initiative des Landes „Kein Kind zurücklassen“. Das Jugendamt Emmerich hat sich nach einem Beschluss des Jugendhilfeausschusses für das Folgeprojekt beworben und ist seit dem 01.08.2012 in der Förderung. Auch hier dienen die Mittel dem Aufbau und Erweiterung des Netzwerkes und nicht der Durchführung von eigenen Projekten.

Was braucht ein Netzwerk, um zu funktionieren? Es braucht Menschen, die hinter der Idee stehen und die gemeinsame Ziele erreichen und etwas bewegen wollen. Im ersten Projektjahr dominierte daher notwendigerweise die Zusammenstellung der Gruppe unsere Arbeit. Es wurde überlegt, mit wem gearbeitet werden soll. So wurden zum ersten Netzwerktreffen Menschen eingeladen, die in der Kinder- und Jugendhilfe arbeiten oder Kontakt zu armen Menschen haben. Die Gruppe ist bis heute in etwa gleich geblieben. Grundsätzlich ist es eine offene Gruppe, zu der neue Interessenten willkommen sind. Das Netzwerk besteht aus ca. 15 Personen, die unterschiedliche Erfahrungen mitbringen. Wichtig war dabei alle sozialen Bereiche abzudecken, damit bei den weiteren Planungen und Umsetzen alle Aspekte Berücksichtigung finden und die Betroffenen in optimaler Weise angesprochen werden können.

Im zweiten Projektjahr konnte die Zielsetzung differenziert werden. Aus dem Netzwerk hat sich im Januar 2011 eine Lenkungsgruppe gebildet. Neben dem Jugendamt hat die Gruppe 4 Mitglieder: Peter Kossen (St. Christopherus Gemeinde), Norbert Pastoors (Katholische Waisenhausstiftung), Ute Tiepermann-Tepaß (Haus der Familie), Daniela Weltzien (Evangelische Familienbildungsstätte). Die Gruppe trifft sich regelmäßig und arbeitet konkret an der Weiterentwicklung des Netzwerkes. Dies war erforderlich, da in einer großen Gruppe nur schwer an konkreten Aufgaben gearbeitet werden kann. Die Lenkungsgruppe hat sich z.B. für ein Logo entschieden, plant das weitere Vorgehen oder entscheidet, in welchen Arbeitsgruppen gearbeitet werden soll.
Pastor Kossen hat Emmerich zwischenzeitlich verlassen. Sein Platz in der Lenkungsgruppe wurde bisher nicht nachbesetzt.

Die Koordination des Netzwerkes liegt beim Jugendamt der Stadt Emmerich am Rhein. Die Koordination ist erforderlich, um eine Struktur herzustellen und das Netzwerk zu steuern. Die Koordinatorin bereitet Treffen vor, sorgt für den Informationsfluss innerhalb und außerhalb des Netzwerkes, dokumentiert und steht als Ansprechpartner für die Netzwerkpartner und interessierte Bürger zur Verfügung.

Die Fachberatung übernimmt der Landschaftsverband Rheinland. Hier steht ein Team aus kompetenten Kollegen zur Verfügung, die mit Rat und Tat zur Seite stehen, regelmäßige überregionale Netzwerktreffen und Fortbildungen anbieten.


Die Netzwerkpartner von pro kids sind:

Eine Liste unserer Kooperationspartner finden Sie im Menüpunkt Kooperationspartner.

pro kids Emmerich - Netzwerk Kinderförderung | Geistmarkt 1 | 46446 Emmerich am Rhein
Tel.: 0 28 22 / 75-1402 | Fax: 0 28 22 / 75-1499 | E-Mail: prokids@Stadt-Emmerich.de | www.prokids-emmerich.de